Eine Berufsgenossenschaft ist eine gesetzliche Unfallversicherung, die Unternehmen und deren Beschäftigte in Deutschland schützt. Sie ist darauf ausgelegt, die Sicherheit am Arbeitsplatz zu gewährleisten und bei Arbeitsunfällen oder Berufskrankheiten finanzielle und medizinische Unterstützung zu bieten.
Aktualisiert: September 2024
Berufsgenossenschaften übernehmen die Kosten für medizinische Behandlungen und Rehabilitationsmaßnahmen nach Arbeitsunfällen oder Berufskrankheiten. Sie sind eigenständige, branchenbezogene Organisationen, die unabhängig vom Staat agieren. Zu ihren Aufgaben gehört es, Arbeitsunfälle zu verhindern und die Arbeitssicherheit zu fördern. Jedes Unternehmen in Deutschland ist verpflichtet, sich bei einer Berufsgenossenschaft anzumelden und Beiträge zu zahlen.
Die zentrale Aufgabe der Berufsgenossenschaften ist es, die Gesundheit und Sicherheit der Arbeitnehmer am Arbeitsplatz zu gewährleisten.
Die Berufsgenossenschaften bieten Arbeitnehmern einen umfassenden Versicherungsschutz im Falle eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit. Dieser Schutz gilt auch für Unfälle, die auf dem direkten Weg zur oder von der Arbeit passieren. Arbeitnehmer müssen keine eigenen Beiträge zur Berufsgenossenschaft zahlen, da diese vom Arbeitgeber übernommen werden.
Die Berufsgenossenschaften haben die gesetzliche Aufgabe, Maßnahmen zur Prävention von Arbeitsunfällen umzusetzen. Dazu gehören Schulungen und Fortbildungen für Unternehmen und Arbeitnehmer, um das Sicherheitsbewusstsein zu stärken. Regelmäßige Sicherheitsüberprüfungen am Arbeitsplatz werden organisiert und durchgeführt, und Unternehmen erhalten Unterstützung bei der Implementierung von Arbeitsschutzmaßnahmen.
Nach einem Arbeitsunfall sorgt die Berufsgenossenschaft für eine schnelle und umfassende medizinische Versorgung des Verletzten. Sie übernimmt alle anfallenden Kosten für Arztbesuche, Krankenhausaufenthalte und notwendige Rehabilitationsmaßnahmen. In Fällen von Berufskrankheiten bietet die Berufsgenossenschaft spezialisierte medizinische Unterstützung und Betreuung. Bei langfristigen Erkrankungen oder Verletzungen hilft die Berufsgenossenschaft auch bei der beruflichen Wiedereingliederung.
Alle Arbeitnehmer in Deutschland sind automatisch durch die Berufsgenossenschaft ihres Arbeitgebers versichert. Dies gilt auch für Auszubildende, Praktikanten und geringfügig Beschäftigte. Die Versicherungspflicht besteht unabhängig von der Art des Arbeitsverhältnisses, also auch bei Teilzeit- und Aushilfsjobs. Arbeitgeber sind verpflichtet, ihre Arbeitnehmer bei der zuständigen Berufsgenossenschaft zu melden.
Für Selbstständige besteht keine automatische Versicherungspflicht, sie können sich jedoch freiwillig versichern lassen. Für bestimmte Berufsgruppen, wie beispielsweise im Baugewerbe, besteht eine Versicherungspflicht auch für Selbstständige.
Die Berufsgenossenschaften finanzieren sich durch Beiträge, die von den versicherten Unternehmen gezahlt werden. Die Höhe der Beiträge richtet sich nach der Gefahrenklasse des Unternehmens, die das Unfallrisiko in der jeweiligen Branche widerspiegelt. Unternehmen mit einem höheren Unfallrisiko zahlen entsprechend höhere Beiträge als solche mit geringem Risiko. Die Beiträge werden jährlich berechnet und können je nach Unfallzahlen und Präventionsmaßnahmen variieren.
Arbeitgeber sind verpflichtet, Arbeitsunfälle, die zu einer Arbeitsunfähigkeit von mehr als drei Tagen führen, der Berufsgenossenschaft zu melden. Auch Unfälle, die zu schweren Verletzungen oder zum Tod führen, müssen sofort gemeldet werden. Nach einem gemeldeten Arbeitsunfall übernimmt die Berufsgenossenschaft alle Kosten für die medizinische Versorgung des Betroffenen und zahlt Verletztengeld, wenn der Verletzte länger arbeitsunfähig ist.
In Deutschland gibt es verschiedene Berufsgenossenschaften, die jeweils für bestimmte Branchen zuständig sind. Beispielsweise gibt es eine eigene Berufsgenossenschaft für die Bauwirtschaft, eine für die Gesundheitsbranche und eine für die Landwirtschaft. Jedes Unternehmen ist verpflichtet, sich bei der Berufsgenossenschaft anzumelden, die für seine Branche zuständig ist.
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